Appreciative Inquiry

„Hör auf, nur zu reparieren!“ (frei nach Ron Zemke, „Don‘t fix that Company!“)

Appreciative Inquiry (AI) kehrt einen klassischen Ansatz der Organisationsberatung um: Statt sich auf die Probleme zu konzentrieren, sie zu erforschen und ihre Ursachen zu beseitigen, werden Stärken und Ressourcen innerhalb der Organisation aufgespürt, die einen Wandel zum Positiven bewirken können.

Eine Metapher für das Wirken dieser „Wertschätzenden Erkundung“ ist das Bild eines Gärtners, der bisher hauptsächlich damit beschäftigt war, Unkraut zwischen den Blumen zu jäten, jetzt aber dazu übergeht, von den schönsten Blumen Ableger zu ziehen, sie überall zu pflanzen, sodass schließlich für das Unkraut kein Platz mehr bleibt.

Wie jedes Werkzeug hat AI seine Stärken und seine Beschränkungen. So einfach es klingt, das Positive herauszustellen, es setzt dort an, wo Veränderung beginnen muss: in den Herzen und Köpfen der Mitarbeiter. Nur darüber kann nachhaltiger Wandel angestoßen werden. Dass die Interviews zum großen Teil durch die Mitarbeiter selbst geführt werden können, macht AI zu einem sehr effizienten Instument.

Auf der anderen Seite gibt es akute Krisen, bei denen der wertschätzende Ansatz zu spät durchgreifen würde. Hier kommt man nicht umhin, klassische problemorientierte Methoden einzusetzen. In Krisen lässt sich immer wieder feststellen: Teil des Problems ist, sich nicht früher um Entwicklung bemüht zu haben. Oder Positiv gewendet: Es ist eine gute Idee, genau jetzt damit anzufangen und Potenziale freizulegen.